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MTV Meet-IN 2012: 5,91 Meter - Malte Mohr mit Weltjahresbestleistung

veröffentlicht um 12.03.2015, 06:15 von Thomas Rieger   [ aktualisiert 25.05.2015, 11:49 von Martin Weinberger ]
Ingolstadt (ebk) Den besten Stabhochsprung der Welt in diesem Olympiajahr bekamen die 1200 Zuschauer, Betreuer und Sportler im Ingolstädter MTV-Stadion zu sehen. Im zweiten Versuch meisterte Malte Mohr (TV Wattenscheid) die 5,91 m, sehr zur Freude von Bundestrainer Jörn Elberding und den Verantwortlichen des MTV Ingolstadt, die wie jedes Jahr trotz geringer finanzieller Mittel eine der wenigen sportlichen Weltklasseveranstaltungen in Ingolstadt auf die Beine stellen konnten. An der neuen deutschen Rekordhöhe von 6,01 m scheiterte der Wahlmünchner zwar noch, was der tollen Stimmung im MTV-Stadion nichts anhaben konnte.
Malte Mohr, der nun als Favorit zur EM nach Helsinki und zu Olympia nach London fährt, musste sich dabei gegen hochkarätige Konkurrenz durchsetzen. Erst nachdem Karsten Dilla (Uerdingen), der trotz erfüllter Norm als deutsche Nummer vier nicht zu Olympia darf, dreimal knapp an 5,73 m gescheitert war, stand der Sieg des deutschen Meisters fest. Auf den Rängen hinter Dilla, der mit klar übersprungenen 5,53 m Zweiter wurde, lagen drei Starter aus drei verschiedenen Ländern zusammen auf dem dritten Platz: Der schon für London qualifizierte Yoo Kim Suk (Korea), Rasmus Jörgensen (Dänemark) und Youngster Florian Gaul (Sindelfingen) mit neuem Hausrekord meisterten jeweils 5,43 m. Der zweite Däne Mikkel Nielsen übersprang mit persönlicher Bestleistung ebenfalls 5,43 m, musste sich aber wegen der höheren Zahl von Fehlversuchen mit Platz sechs zufrieden geben. Die lange Zeit verletzten Tobias Scherbath (Leverkusen) und Alexander Straub (Filstal), der in Ingolstadt seinen Saisoneinstieg absolvierte, waren zwar mit ihren Höhen nicht zufrieden, konnten dem Publikum aber gelungene Sprünge zeigen, die einen deutlichen Aufwärtstrend versprechen.
Doch nicht nur Malte Mohr und Yoo Kim Suk werden die begeisterten Zuschauer beim MTV-Meet-IN in London wiedersehen, auch die 400 m-Siegerin HerungaTjipekapora (Namibia) hat bereits das Olympia-Ticket in der Tasche.
Die Langsprinter aus dem südlichen Afrika, die beim Ingolstädter Leichtathletik-Meeting die 200 m und 400 m beherrschten, setzten die Glanzlichter in den Laufbewerben, dazu kam der Doppelsieg von Lokalmatadorin Elisabeth Glonegger (MTV Ingolstadt), die sowohl über 100 m Hürden (14,03 Sekunden) als auch über 100 m in Saisonbestzeit von 12,12 Sekunden bei leichtem Gegenwind nicht zu schlagen war. Die beiden 200 m-Rennen wurden in sehr schnellen Zeiten von den afrikanischen Gästen beherrscht: Kaanjuka Hitjivure siegte bei den Männern in 21,27 Sekunden, Majova Globine bei den Frauen in 24,30 Sekunden. International noch wertvoller waren aber die 400 m-Ergebnisse. Olympiastarterin Tjipekapora ließ in 53,25 zu 55,98 Sekunden der frischgebackenen deutschen Vizemeisterin über 800 m Carolin Pilawa (München) nicht den Hauch einer Chance, ebenso bei den Männern Frank Puriza in 47,43 zu 48,31 Sekunden dem deutschen Spitzennachwuchsmann Stefan Gorol (Friedberg). Starke Zeiten gab es auch über die Mittelstrecken. Die 800 m der Frauen dominierte Hindernisspezialistin Julia Hiller (Fürth) in 2:12,41 Minuten, das Männerrennen ging an den starken Regensburger Jonas Zweck in 1:52,29 Minuten. Die Langstreckenspezialisten profitierten von den optimalen Bedingungen gegen Ende der Veranstaltung. Tobias Gröbl (LG Zusam) beherrschte die 3000 m in 8:16,30 Minuten, wo MTV-Athlet Heiko Middelhoff (7. in (8:39,71min) Opfer eines zu hohen Anfangstempos wurde. Über 5000 m siegte in flotten 14:50,01 Minuten Philip Champignon aus dem niedersächsischen Kirchdorf.
In den Jugendklassen zeigten die heimischen Talente, welch gute Nachwuchsarbeit in Ingolstadt geleistet wird. Cornelia Griesche (DJK Ingolstadt) holte sich unangefochten den U20-Landestitel über 2000 m Hindernis in einer Spitzenzeit von 6:46,18 Minuten. Ihre Schwester Valerie sicherte sich über 1500 m Hindernis (U18) in 5:21,52 Minuten die Bronzemedaille, Johanna Schuberth (beide DJK) wurde in 5:33,39 Minuten Siebte. Dominik Lang (MTV) erfüllte mit 8:52,35 Minuten in einem beherzten 3000 m-Rennen als zweitbester Jugendlicher in die U20-DM-Norm und hat nun die Wahl, dort über 1500 m oder 3000 m zu starten. Theresa Köchl (MTV) pulverisierte als Hürdensiegerin (U18) gegen stärker eingeschätzte Konkurrenz ihre Bestzeit förmlich und hat mit 14,67 Sekunden nun auch das DM-Ticket in der Tasche. Dazu verfehlte der A-Jugendliche Philipp Hackner (MTV) als Vierter über 200 m der Männer in 22,87 das Treppchen denkbar knapp.

Malte Mohr (Foto: Kiefner)