Manfred Draxler holt Bronze bei der Marathon DM in der AK 60

Hannover (rb) Was sich schon am 22.3. in Augsburg beim 10km Test angedeutet hatte, wurde in Berlin und Hannover erfolgreich bestätigt. Die MTV Läufer sind in guter Verfassung – auch 9 Uhr morgens bei frostigen 0° Celsius.

Lange hat MTV Lauftrainer Balzer auf seinen Schützling Martin Stier eingeredet, dass der Marathon eigentlich die richtige Strecke für ihn wäre. „Ich bin noch zu jung“ war die klassisch scherzhafte Antwort. Diesen Winter aber – erstmals in der AK 35 – war Martin motiviert die Herausforderung anzunehmen. Bis zu 150 Laufkilometer pro Woche und dazu die passenden Tempoeinheiten brachten ihn schließlich auf 2:33:30 Std und damit Platz 7 seiner Altersklasse und Platz 37 im Gesamteinlauf der deutschen Marathon Meisterschaften.

Den Kontrast in der Herangehensweise lieferte Julian Fischer der mit 19 Jahren bereits mehrere Marathons erfolgreich bestritten hatte und in Hannover mit der richtigen Renneinteilung die 2:40 Std Schallmauer brechen wollte. Ein hervorragendes Rennen mit perfekt gelaufener Renneinteilung, bei der er mit Tempo 3:48 bis 3:40 Min/km immer schneller wurde, brachte ihn am Ende mit 2:38:26 Std auf den Gesamtplatz 44. Leider gab es im Marathon keine AK U23, denn dort wäre er mit 19 Jahren deutscher Vizemeister geworden.

Über deutlich mehr Langstreckenerfahrung verfügt Manfred Draxler, der sehr couragiert ins Rennen ging um seine Chancen auf eine vordere Platzierung in der AK 60 zu realisieren. Dem hohen Anfangstempo musste er zwar Tribut zollen, aber hart kämpfend konnte er seinen Platz verteidigen und mit 3:05:26 Std seine verdiente Bronzemedaille mit nach Hause nehmen.

Eine Bank auf den Langstrecken ist Steffi Borris. Letzten Herbst noch deutsche Vizemeisterin im Halbmarathon musste sie diesmal frühzeitig die Ambitionen aufgeben. Eine Erkrankung im Vorfeld der Meisterschaft war leider nicht soweit überwunden wie erhofft und signalisierte schon früh im Rennen, dass der Körper heute nicht leistungsbereit ist. Aber Aufgeben war auch keine Option und so erkämpfte sie mit 3:18:44 immer noch einen bravourösen vierten Platz, wo sie in Topform um den Titel der AK 50 mitgelaufen wäre.

Last but not least gab es in Hannover auch einen Halbmarathon, den sich Diana Kurrer ausgesucht hatte, um auf schneller Strecke ihr „Halbmarathontrauma“ zu überwinden. Coach Balzer rechnete ein ums andere Mal vor, dass es keinen Grund zum Hadern gab und nach einem 10km Test in 40:46 Min die Halbmarathon Bestzeit auch wirklich zu knacken war. Die mutige 10km Durchgangszeit von 42:32 Min zeigte dann auch an, was an dem Tag machbar war. Mehr noch – Kurrer wurde immer schneller und die neue persönliche Bestzeit von 1:29:22 Std brachte sie auf Platz 19 im Gesamteinlauf von knapp 2000 Damen und den Platz 2 in der AK 40. Dieses Trauma ist überwunden …

 

Doch auch in Berlin war es frisch um 10 Uhr morgens als gesamt 33.000 Läufer auf die 21,1km Strecke gingen. Traditionell mit Weltklasse gespickt bei der die ersten drei Herren unter 60 Min(!) blieben.

Mike Dean und Kamal Katkhouda waren die beiden MTV Vertreter, die das Flair dieser Riesen-Veranstaltung kannten und ihm wieder erliegen wollten. Beide gut vorbereitet. Für Mike Dean sollte es der Höhepunkt einer Frühjahres Vorbereitung sein und auch endlich eine neue persönliche Bestleistung die sich im Training klar angedeutet hatte. Den klassisch negativen Split und das damit ansteigende Tempo konnte er erfolgreich umsetzen und darf jetzt 1:16:28 Std für sich als „PB“ verbuchen. Für Kamal war die Halbmarathon Vorbereitung eher das Testen der Überdistanz seiner Mittelstrecken Ambitionen. Dieser ist ihm mit seiner neuen PB von 1:25:11 bestens gelungen und bereitet ihn bestens auf künftige „laktatlastige“ Laufaufgaben vor. An dieser Stelle darf der Athlet gequält lächeln und der Trainer schmunzeln …

Alles in allem waren am Wochenende 15 MTV-Läufer in Ingolstadt, Hannover und Berlin unterwegs und dürfen hoffnungsvoll auf eine hoffentlich leidlich normale Laufsaison 2022 hoffen. Der Kurs stimmt.

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