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Die „Herbstläufer“: Saisonhöhepunkt, Regeneration oder irgendetwas dazwischen.

veröffentlicht um 25.10.2016, 13:21 von MTV Ingolstadt Leichtathletik   [ aktualisiert: 29.01.2017, 05:15 ]
Ingolstadt (rb) So unterschiedlich eine Saisonplanung auch sein mag, so unterschiedlich sind die MTV-Langstreckler derzeit unterwegs. Manche befinden sich eigentlich in der Regenation, wollen aber lokale Laufcupserien vollenden. Andere dagegen steuern direkt auf ihren Saisonhöhepunkt zu.

Wie etwas Gerlinde Kolesa (MTV 1881 Ingolstadt). Die erfolgreichste AK-Läuferin hatte nämlich ein klares Saisonziel vor Augen. Als mehrfache Deutsche Meisterin wollte sie auch in diesem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften über zehn Kilometer, die in Hamburg ausgetragen wurden, ein Wörtchen mitreden. Eine Aufgabe die natürlich in einer AK von Jahr zu Jahr schwieriger wird, da die „Jungen“ nachrücken. Doch auch diesmal konnte sie sich behaupten und gewann trotz reduziertem Trainingsumfang mit 44:20 Minuten souverän den Titel.

Genauso akribisch auf den Herbst vorbereitet hatte sich Tim Madalinski (MTV 1881 Ingolstadt). Im Sommer noch auf Sparflamme, konnte er in den zurückliegenden Monaten sein Training endlich wunschgemäß gestalten. Insbesondere die Militärmeisterschaften waren sein erklärtes Ziel und so konnte Tim beim NATO-Run in Budapest als zweitbester Deutscher seine Zehn-Kilometer-Bestzeit auf 32:40 Minunten steigern. „Da geht noch mehr“, berichtete der engagierte MTV-Schülerleiter, weil die letzten drei Kilometer gepflegte 60 Höhenmeter aufwiesen. Wir sind gespannt . . .

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickten Thomas Kirstein und Mike Dean (beide MTV 1881 Ingolstadt) auf den Berlin-Marathon zurück. Während Thomas mit seinen Umfängen und Intensitäten im Training zufrieden war, tat sich Mike immer etwas schwer. Obwohl er im vergangenen Jahr der schnellere von beiden war, konnte er Thomas diesmal nicht folgen. Und so wurden die Trainingseindrücke in der Bundeshauptstadt bestätigt. Thomas, obwohl auch gesundheitlich etwas angeschlagen, konnte seine Bestzeit auf 2:48:59 Stunden steigern, während Mike mit 2:55:23 Stunden unter Wert geschlagen wurde. Hier wird eine Analyse der zurückliegenden drei Trainingsmonate Klarheit verschaffen. Umso wichtiger weil das Potential beider Langstreckler noch deutlich schnellere Zeiten zulässt. Und nicht zuletzt:
Da wir mit großer Wahrscheinlichkeit im Winter leistungsstarken Zuwachs der Marathontruppe verzeichnen können, eröffnet sich erstmals die Chance auf gute Marathon-Mannschaftsergebnisse.

Schade, dass er so selten nach Ingolstadt kommt, denn er ist ein prima Läufer vor allem wenn man ihm einen Berg vor die Nase setzt: Denis Mietzsch (MTV 1881 Ingolstadt).

3:32 Stunden sind für 35 Kilometer an sich schon eine ordentliche Zeit – wenn dann allerdings 1800 Höhenmeter dazukommen, wird aus der Arbeit Leistung. Denis konnte als Gesamtzweiter des Simonswald Trails seine AK natürlich gewinnen und beschäftigt sich derzeit mit der Vorbereitung auf Ultratrails mit 70 bis 80 Kilometer Länge und 3000 bis 4000 Höhenmetern. Das nur als Info, falls mal wieder jemand über die Anstiege am Reisberg jammert . . .

Während es hier um Saisonhöhepunkte ging, gibt es natürlich auch die lokale Sport IN-Laufcupserie, die sozusagen saisonübergreifend stattfindet. Was für viele Gelegenheitsläufer kein Thema ist, weil sie immer irgendwie in Form sind, stellt für die Läufer die sich eigentlich in der Regenationsphase befinden, eine Aufgabe dar, der sie nur bedingt gerecht werden können.

Während sie also ruhiger treten sollten, schafft es fast kein Läufer während des Rennens wirklich relaxed zu laufen – schon drei Mal nicht, wenn der eigene Laufkollege gleichzeitig der größte Konkurrent ist. So haben sich also Miguel Lenz, Martin Stier (beide MTV 1881 Ingolstadt) und der inzwischen munter auftrumpfende Tim Madalinski den Fehdehandschuh hingeworfen. Hitzhofen Buxheim und der Reisberg waren die letzten Stationen, die auch die Entscheidung in der Gesamtwertung des Laufcups erbracht haben.

Die Zeiten beim Reisberglauf waren erstaunlich schnell:

  • Miguel Lenz 52:05
  • Martin Stier 52:16
  • Thomas Strittmatter 1:00:20
  • Marlies Hofmann 1:09:32
  • Antonia Ostermann U 20 1Runde -  6900m in 31:04
  • Cornelia Griesche DJK 54:05

Richtig Freude kam beim Comeback von AK-Läufer Hans-Jürgen van Gemmeren (MTV 1881 Ingolstadt) auf. Nicht nur, dass er endlich wieder nach langer Verletzungspause laufen kann, sondern auch am Reisberg die AK 60 in ausgezeichneten 1:00:05 Minuten gewann.

„Just for fun“ unterwegs war Heiko Middelhoff. Nach einem Marathon-Staffeleinsatz mit schnellen Freunden hat er es sich nicht nehmen lassen, Werbung für den Schrobenhausener Stadtlauf zu machen. Ein Tempodauerlauf sollte es dann auch werden – schließlich zwickte auch die einschlägig bekannte Wade – und wurde es dann auch. Wenn gleich ein ansteigender der bei 35:30 Minuten für die zehn Kilometer und Platz drei endete.

Damit sollte dann auch tatsächlich die Saison beendet sein und die Vorbereitung für 2017 begonnen werden können. Hoffentlich für alle mit verletzungsfreier Vorbereitung, denn erklärtes Ziel sind die deutschen Halbmarathon-Meisterschaften Anfang April 2017. Dann in Mannschaftstärke und dem Anspruch, ein ordentliches Ergebnis am besten eine persönliche Bestzeit auf die Straße zu zaubern.

Fotos: Privat

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