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MTV Meet-IN 2015: Stimmungsvolles Meet-IN

veröffentlicht um 12.03.2015, 06:23 von Thomas Rieger   [ aktualisiert 29.01.2017, 05:25 von MTV Ingolstadt Leichtathletik ]
Ingolstadt (ebk) Knapp achthundert Zuschauer sahen bei der 14. Auflage des MTV Meet- IN wieder sehr gute Leistungen bei einem der stimmungsvollsten Leichtathletik-Meetings in ganz Süddeutschland.
Die Erwartungen von Malte Mohr (TV Wattenscheid), der nach einem Seuchenjahr mit technischen Problemen und vielen Verletzungen hoffte, dass im MTV-Stadion „der Knoten platzen würde“, erfüllten sich nicht. Der Vizehallenweltmeister, mehrfache deutsche Meister und zweifache MTV Meet-IN-Sieger kam schon beim Einspringen nicht zurecht und scheiterte dreimal an seiner Einstiegshöhe von 5,20 m. So war der Weg frei für ein kurzweiliges, spannendes Springen ohne einen klaren Favoriten. Zwar fehlten am Schluss, auch wegen einer Regenunterbrechung, die großen Höhen, doch konnten die Zuschauer einen Wettkampf auf hohem Niveau mit neun Springern jenseits der 5,00 m genießen. Hatte der Leverkusener Tom Konrad 2014 mit übersprungenen 5,20 m noch Patz drei belegt, so reichten für ihn dieses Jahr 5,20 m nur zu Rang sieben in dem ausgeglichenen Feld. Seine Vereinskameraden Marvin Caspari (5,20 m) und Michel Frauen (5,30 m), der in Leverkusen im August selbst ein Stabhochsprung-Meeting organisiert, lagen vor ihm auf den Plätzen fünf und sechs. Der dänische Meister Rasmus Jörgensen steigerte sich gegenüber seinem zweiten Platz beim Europacup, wo er den Dänen den Aufstieg in die europäische Superliga sicherte, um 10 cm auf 5,30 m, was den vierten Platz bedeutete. Platz drei ging an Jonas Efferoth (Bayer Leverkusen), der seinen Hausrekord auf 5,35 m schraubte und sich so das DM-Ticket für Nürnberg sicherte. Das Duell um den Sieg entschied der deutsche Vizemeister der vergangenen Hallensaison Florian Gaul (Sindelfingen) gegen Daniel Clemens (Zweibrücken) mit 5,40 m zu 5,35 m für sich. Gaul, der nach der Regenpause noch dreimal knapp an 5,55 m scheiterte, konnte aus der Hand von OB Dr. Lösel den Siegerscheck in Empfang nehmen.
Haderten die Stabhochspringer etwas mit dem Wetter - genau in der entscheidenden Phase des Wettkampfs führte ein Gewitterschauer zu einer Unterbrechung von zwanzig Minuten – nutzten die Mittel- und Langstreckler die nicht zu heißen Temperaturen zu schnellen und packenden Rennen. Über 3000 m der Männer entschied Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) das Duell mit dem deutschen 10000 m-Meister Mitku Seboku (LAC Quelle Fürth) mit 8:08,86 zu 8:10,82 Minuten für sich und schob sich auf den dritten Platz der aktuellen deutschen Rangliste. Über 1500 m bei den Frauen erzielten gleich fünf der sechs erstplatzierten Läuferinnen neue persönliche Bestzeiten. Julia Kick (LG TElis Finanz Regensburg) siegte in 4:17,95 Minuten mit der zehntbesten Zeit einer deutschen Läuferin in diesem Jahr vor der Spanierin Ana Lozano (4:19,35) und einer gewohnt spurtstarken Cornelia Griesche (DJK Ingolstadt). Mit neuem Hausrekord von 4:25,20 Minuten holte sich Studentin, die erst seit zwei Wochen wieder aus den USA zurück ist, das nötige Selbstvertrauen für das Hindernisrennen bei der anstehenden U23-EM in Talinn (Estland). Im 800 m-Rennen der Männer behielt der erst 20 Jahre alte Südafrikaner Faro Duran in 1:51,20 Minuten in einem spannenden Spurt die Oberhand. Neue persönliche Bestzeit erzielte auch der Schlussläufer der deutschen 4x400 m-Staffel bei der Mannschafts-EM in Russland Johannes Trefz (LG Stadtwerke München) bei seinem klaren Sieg über 200 m in 21,47 Sekunden. Auf der kurzen Sprintdistanz gingen die Siege nach Österreich. Thomas Rosenthaler gewann das 100 m-Finale in 10,84 Sekunden, zusammen mit dem Team des ATSV Linz siegte er auch in der 4x100 m-Staffel der Männer in 42,11 Sekunden. Starke Zeiten gab es bei den Langsprints der Frauen: Über 200 m dominierte Katharina Eich (DJK Weiden) in 24,45 Sekunden, über 400 m die Münchnerin Martina Riedl in 55,98 Sekunden. Schnellste Läuferin über 100 m war nicht die Frauensiegerin Rebekka Eberle (USC Freiburg) in 12,35 Sekunden, sondern Sprinttalent Elena Pagliarini (LG Stadtwerke München), die den U18-Bewerb in 12,30 Sekunden für sich entscheiden konnte. Das 4x100 m-Rennen der Frauen ging an die U23-Staffel des MTV Ingolstadt (Sophia Eberle, Stefanie Aeschlimann, Theresa Köchl, Jennifer Weiherer), die in 48,90 zu 49,59 Sekunden die letztjährigen bayerischen U23-Meisterinnen von der LG Landshut auf Distanz hielten. Einen weiteren MTV-Sieg feierte Ivane Antonov im Dreisprung der Männer mit Saisonbestleistung von 15,23 m. Die größten Weiten bei den Frauen erzielten zwei Athletinnen aus Österreich: Michaele Egger (Union Salzburg) mit starken 13,20 m und U20-Siegerin Magdalena Macht (IAC Pharmador) mit 12,02 m.
Aus Sicht der Gastgeber vom MTV Ingolstadt gab es weitere Spitzenplätze. Über 100 m Hürden der Frauen die Plätze zwei und drei für Theresa Köchl (15,60 Sekunden) und Kathleen Hollenberg (16,30 Sekunden), dazu jeweils Platz vier für Jennifer Weiherer im 100 m-Finale der Frauen (12,74 Sekunden) und für Mario Saur über 400 m bei den Männern in 49,79 Sekunden. Sehr stark präsentierte sich der Ingolstädter Nachwuchs in der Jugend U18. Die MTV-Läuferinnen Alica Schmidt und Lisa Basener kamen über 800 m in 2:19,00 Minuten und 2:20,12 Minuten zu einem Doppelsieg. Nur eine Woche nach ihrem dritten Platz bei den bayerischen Meisterschaften über 1500 m Hindernis folgten Sofie Nixdorf (DJK) in 2:24,69 Minuten und ihre Vereinskameradin Laura Schiffner (2:25,64) auf Platz sieben und acht. Bester 100 m-Sprinter war einmal mehr Luis Windpassinger (MTV). Nach seinem Vorlaufsieg in 11,00 Sekunden siegte er im Finale bei Gegenwind in 11,18 Sekunden. Für eine Überraschung sorgte Jenny Birzl (MTV), die als Siegerin über 100 m-Hürden in 15,89 Sekunden ihre persönliche Bestzeit förmlich pulverisierte. Dritte wurde hier ihre MTV-Trainingspartnerin Helen Linke ebenfalls mit neuem Hausrekord von 16,33 Sekunden. Linke holte sich dazu im Weitsprung mit 5,11 m den zweiten Platz, Birzl wurde mit 4,82 m Siebte. Einen zweiten Platz belegte zum Abschluss die 4x100 m-Staffel der DJK Ingolstadt im Rennen der weiblichen Jugend U18 in 51,66 Sekunden.


Fotos: Kiefner, Rieger, Windpassinger