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Stefanie Aeschlimann debütiert in Lyon im Nationaltrikot

veröffentlicht um 06.03.2015, 05:55 von Thomas Rieger   [ aktualisiert: 28.04.2015, 08:13 ]

Lyon (rk) Es ist schon ziemlich lange her, dass ein Leichtathlet des MTV Ingolstadt das Nationaltrikot überstreifen durfte. Nun gelang es Stefanie Aeschlimann, sich in die Phalanx von Hans-Peter Ferner, Alois Hannecker, Resi Merz und Co. einzureihen. Kurz vor ihrem 18. Geburtstag wurde die frischgebackene Deutsche U 20-Hallenmeisterin im Dreisprung vom Deutschen Leichathletik-Verband (DLV) zum Hallenländerkampf gegen Frankreich und Italien in Lyon eingeladen. Eine unvergessliche Erfahrung für die junge MTV-Athletin, auch wenn sie sportlich nicht ganz nach ihren Wünschen verlief.
Aeschlimann hatte sich für ihr Länderkampfdebüt eine Menge vorgenommen. Gegen die internationale Konkurrenz wollte das MTV-Eigengewächs noch einmal in die Nähe ihrer persönlichen Bestleistung von 12,93 Meter springen, mit der sie zwei Wochen zuvor bei der DM in Neubrandenburg Gold geholt hatte. Doch schon nach dem ersten Versuch war klar, dass für die junge Dreispringerin an diesem Tag wenig ging. Mehrere kleine technische Fehler führten dazu, dass die Schülerin des Ingolstädter Reuchlin-Gymnasiums über 12,39 Meter und Platz sechs nicht hinaus kam. Deutschland gewann den Länderkampf mit 201,5 Punkten klar gegen Gastgeber Frankreich (172,5) und Italien (171).
„Die Luft war einfach raus“, konstatierte Bundestrainer Charles Friedek, 1999 selbst Weltmeister im Dreisprung, der Aeschlimann sowie die zweite bundesdeutsche Springerin Katharina Mattern (SC Neubrandenburg) in Lyon betreute. „Aber das ist nur allzu verständlich nach diesem grandiosen Erfolg. Stefanie hat zum Saisonhöhepunkt in Neubrandenburg ihre beste Leistung gebracht, und nur das zählt. Die darauf folgenden Wettkämpfe, auch dieser Länderkampf, waren nur eine Belohnung. Außerdem hat sie sich in diesem Winter unglaublich gesteigert, ist ehrgeizig, trainingsfleißig, intelligent und besitzt mit Reinhard Köchl und Dimitri Antonov in Ingolstadt ein erstklassiges Trainerteam. Bei diesen Voraussetzungen bin ich relativ zuversichtlich, dass dieser Einsatz im Nationaltrikot nicht ihr letzter war“, machte Friedek der MTV-Athletin Mut.
Der Bundestrainer spielte damit vor allem auf die U 20-Europameisterschaften im Juli in Eskilstuna (Schweden) an. Die Qualifikationsnorm dafür beträgt 13,10 Meter. Die Fahrkarte dafür kann Stefanie Aeschlimann sogar auf ihrer Ingolstädter Heimanlage in der Bezirkssportanlage Mitte lösen. Dort findet am Donnerstag, 4. Juni (Fronleichnam), beim 5. Dreisprung Meet-IN ein offizieller DLV-Qualifikationswettkampf für Eskilstuna statt. Friedek gab diese Entscheidung unmittelbar nach Ende des Länderkampfes in Lyon bekannt.

Ergebnisliste

Stefanie Aeschlimann (2. v. r.) und die anderen deutschen U 20-Dreispringer in Lyon. In der Mitte Bundestrainer Charles Friedek.