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Mehr trainieren statt Stillstand: Hochspringer Manuel Marko nutzt die Auszeit während der Corona-Krise, um sein Trainingspensum zu steigern

veröffentlicht um 07.05.2020, 09:20 von MTV Ingolstadt Leichtathletik   [ aktualisiert: 28.06.2020, 04:31 ]
Ingolstadt (DK) Der Start in das Sportjahr 2020 hätte für Hochspringer Manuel Marko nicht besser laufen können: Beim Hochsprungmeeting in Unna (Nordrhein-Westfalen) erreichte der Ingolstädter den ersten Platz und stellte mit 2,13 Metern eine persönliche Bestleistung auf.

Doch dann kam die Corona-Krise, die Marko auf seiner Jagd nach Medaillen ausbremste. Der Athlet vom MTV Ingolstadt will den Ausnahmezustand aber sinnvoll nutzen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung verriet. Manuel Marko über. . .

. . . Training im Ausnahmezustand: Der Zutritt zu Sportplätzen ist im ganzen Land verboten. Für Marko ist das aber kein Grund, das Training zu pausieren - im Gegenteil: "Da man außer Arbeit und Training nicht viel machen kann, nehme ich mir für das Training aktuell noch mehr Zeit als sonst. Man muss sich eben Ausweichmöglichkeiten suchen. " Durch die Corona-Beschränkungen ist für ihn derzeit kein Kraft- und Techniktraining möglich, stattdessen versucht er durch Grundlagenübungen seine Sprungkraft zu steigern. Natürlich ohne Trainer. "Bei den Übungen spielt es keine Rolle, ob ich sie auf dem Kunstrasen, auf der Tartanbahn oder auf einer öffentlichen Wiese mache. Die einzige Einschränkung ist, dass es relativ einseitig ist. Das versuche ich mit höheren Umfängen zu kompensieren. " Zu seinen neuen Trainingsplätzen zählen zum Beispiel die Treppe am Scherbelberg oder die Wiese am Hetschenweiher. "Man muss halt flexibel sein", erklärt Marko.

. . . seinen Umgang mit der aktuellen Situation: Kein reguläres Training, keine Wettkämpfe - für einen Sportler ist die Situation derzeit extrem belastend. Da gilt es, das Beste daraus zu machen: "Ich versuche - so blöd es klingt - aus der Situation Kapital zu schlagen. Indem ich mich jetzt noch intensiver vorbereite, will ich mir einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschaffen. " Marko rechnet sich Chancen für eine mögliche "Late Season" aus, wenn andere Spitzensportler ihren Fokus bereits auf Olympia 2021 richten oder auf die Saison wegen des fehlenden Trainings komplett verzichten.

. . . die Möglichkeit einer "Late Season": Am Dienstag bekräftigte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in einer Mitteilung, die deutschen Meisterschaften im Rahmen einer "Late Season" durchführen zu wollen - am liebsten mit Zuschauern. Die ursprünglich am 6. und 7. Juni angesetzten Wettkämpfe in Braunschweig wurden verschoben; im Gespräch war zuletzt eine Austragung Anfang August. Nachdem das Verbot von Großveranstaltungen nun bis Ende August verlängert wurde, erscheint auch dieser Termin fraglich. "Man muss jetzt schauen, ob es möglich ist, das Ganze unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Letztendlich ist es ein Politikum: Wenn entschieden wird, dass gar keine Sportveranstaltungen stattfinden, dann kann sich der DLV auf den Kopf stellen", sagt Marko. Grundsätzlich sieht der Hochspringer die Möglichkeit einer Geister-Meisterschaften positiv: "Es wäre schade, das Ganze ohne Zuschauer zu machen. Aber wenn man so Wettkämpfe stattfinden lassen kann, ist man gerne bereit, das in Kauf zu nehmen. "

. . . seine Ziele bei einer möglichen Saisonfortsetzung: Im vergangen Jahr erreichte Marko Platz vier bei den deutschen Meisterschaften in Berlin und schrammte nur knapp an einer Medaille vorbei. Dieses Jahr dann die neue Bestmarke. Hätte der Zeitpunkt der Corona-Unterbrechung also nicht ungünstiger kommen können? Nicht ganz, denn Marko schleppte im Januar eine Fersenprellung mit sich herum, die er nun vollständig auskurieren konnte. Damit geht er im Vollbesitz seiner Kräfte in die Vorbereitung für einen möglichen verspäteten Saisonstart. Was noch dazukommt: "Die neue Bestleistung hat mich auch mental nochmal angetrieben, deshalb probiere ich jetzt noch eine Schippe draufzulegen. " Trotz allem will sich der 25-Jährige auf kein konkretes Höhenziel festlegen: "Ich weiß nicht, wie es dann wieder funktioniert mit dem Springen nach so einer langen Pause. Das ist doch recht ungewohnt. " Wichtiger sei es für ihn zu sehen, ob sich das Mehrtraining am Ende gelohnt hat.

. . . Tipps für Hobbysportler: Für Hobbysportler hat Marko in Corona-Zeiten mehrere Vorschläge: Dazu gehören Ausdauerläufe in der freien Natur, in die man auch Intervalle einbauen kann, in denen man schneller läuft. Besonders empfiehlt er Treppenläufe: "Auch wenn es anstrengend ist, bringt das Hobbysportler doch auf ein gutes Fitnesslevel. Durch die ständige Kontraktion und Extraktion des Oberschenkels bekommt man eine extreme Kraft und Ausdauer. " Doch auch zu Hause sind die Möglichkeiten zahlreich: Anleitungen im Internet für Workouts gibt es genügend. Marko verwendet aktuell verstärkt Therabänder zur Kräftigung. Daneben spielt für ihn auch die Ernährung eine wichtige Rolle: Seit November lebt er nahezu komplett vegetarisch. "Seitdem habe ich bei den Kraftwerten bis zu 35 Prozent zugelegt. Das ist auch eine Möglichkeit, den Fleischkonsum zu reduzieren. Gerade in der der aktuellen Zeit."

Manuel Marko (Foto: Privat)