Teneriffa/Ingolstadt (ebk) Als Maximilian Bayer wieder den Boden des Leipziger Flughafens betrat, fröstelte ihn es. Nicht einmal vier Stunden zuvor galt es für den 27-Jährigen noch, seine Augen vor der gleißenden Sonne Teneriffas mit einer dunklen Brille zu schützen und den durchtrainierten Oberkörper bei 22 Grad allenfalls mit einem leichten T-Shirt zu bedecken. Zurück in der Heimat hatte den Top-Leichtathleten des MTV 1881 Ingolstadt freilich die harte deutsche Realität wieder: Schneeregen um den Gefrierpunkt herum und Winter, wohin das Auge blickt.

„Wir wussten, worauf wir uns einlassen“, lächelt das Aushändeschild der Ingolstädter Leichtathleten gequält. Denn jedes Jahr kurz nach Silvester brechen die schnellsten Hürdensprinter Deutschlands schon turnusgemäß zur spanischen Kanareninsel auf, um dort ihren Akku für die anstehende Hallensaison und die Freiluftwettkämpfe aufzufüllen. Zusammen mit seinem besten Freund Gregor Traber (LAV Tübingen), der seit Herbst 2017 mit Bayer bei Bundestrainer Jan May in Leipzig die vielleicht leistungsstärkste Hürdensprint-Trainingsgruppe in Deutschland bildet, sowie dem britischen 110-Meter-Hürdenrekordler Andrew Pozzi absolvierten sie auch diesmal wieder ein überaus anspruchsvolles Programm. Neben jeder Menge technischem Feinschliff standen auch die Verbesserung der Sprintfähigkeit, Zugwiderstandsläufe und jede Menge Sprünge unter der warmen Mittelmeersonne auf dem Programm.

Das Wichtigste aus Ingolstädter Sicht: Maximilian Bayer blieb dabei verletzungsfrei. Außerdem glaubt er, sich in punkto Schnelligkeit einen deutlichen Schritt nach vorne entwickelt zu haben. „Es hat wieder riesigen Spaß gemacht, obwohl wir wirklich hart gearbeitet haben. Aber mit Gregor und Andrew verstehe ich mich sowieso super.“ Nun will die Olympiahoffnung des MTV, die derzeit noch in Leipzig studiert, erst einmal „einen Gang zurückschalten“ und sich auf seinen ersten Saisonstart am kommenden Wochenende (20./21. Januar) bei den Offenen Sächsischen Hallenmeisterschaften in Chemnitz zu konzentrieren. Bayers zweiter Einsatz in der Indoor-Saison soll dann bei den Bayerischen Hallenmeisterschaften am 28. Januar in der Münchner Lindehalle erfolgen, wo er als haushoher Favorit für den Titel gilt. Denn die Ziele für 2018 sind für den Ur-Bayern bereits klar abgesteckt: die Teilnahme bei der Hallen-WM in Birmingham (Großbritannien), eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften „dahoam“ in Nürnberg und natürlich ein Startplatz für Deutschland bei den Europameisterschaften in Berlin.

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Maximilian Bayer (Fotos: Privat)

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