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Mario Saur im Pech – Salto nullo verhindert Wiederholung des Vorjahreserfolgs

veröffentlicht um 23.08.2020, 15:55 von MTV Ingolstadt Leichtathletik
Vaterstetten (ebk) Einen Tag nach seinem einunddreißigsten Geburtstag musste sich Zehnkämpfer Mario Saur (MTV Ingolstadt) bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften deutlich unter Wert verkaufen. Zwar konnte er in einem von den äußeren Umständen her extrem schwierigen Wettkampf das Ziel einer einstelligen Platzierung erreichen, ein „Salto nullo“ beim Stabhochsprung verhinderte aber ein besseres Ergebnis als Platz sechs bei den Männern mit 6245 Punkten.

Schon die Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften gestaltete sich für den MTV-Allrounder, der erst vor drei Jahren von den 400 Meter Hürden auf den Zehnkampf umgestiegen war, als extrem problematisch. Im Winter steht in Ingolstadt keine Leichtathletikhalle zur Verfügung, vernünftiges Techniktraining ist daher kaum machbar. Im Frühjahr war dann auch im Freien kein normaler Trainingsbetrieb möglich, die Sanierung der Laufbahn im MTV-Stadion wird nach über einem Jahr (!) erst in diesen Tagen abgeschlossen. Der Corona-Lockdown tat sein Übriges. So konnte sich Saur nur notdürftig im Stadion des TSV Nord wenigstens auf die Disziplinen Sprint und Hürden vorbereiten, ein Training für den Speerwurf, den Stabhoch- und Weitsprung konnte gar nicht stattfinden.

So musste Mario Saur, der aufgrund seiner Vorjahresleistung mit DM-Platz fünf einen der nur zwanzig Startplätze für die DM ergattert hatte, ohne spezielle Vorbereitung in den Zehnkampf starten. Umso erstaunlicher verlief dann der erste Tag trotz Dauerregens und böigem Wind. Während 11,46 Sekunden im ersten Lauf über 100 Meter für den MTV-Athleten den schnellsten Auftakt eines Mehrkampfs überhaupt bedeuteten, war für den Topfavoriten bereits Schluss. Der Dritte der letzten Hallen-EM, 8000-Punkte-Athlet Mathias Brugger (SSV Ulm) wurde wegen Fehlstarts disqualifiziert, so dass das Titelrennen wieder völlig offen war. Sehr guten 6,52 Metern beim Weitsprung folgten für Saur durchschnittliche 11,72 Meter beim Kugelstoßen in einem durch den Regen glitschigen Ring. Sichere 1,88 Meter im Hochsprung und starke 49,84 Sekunden über 400 Meter bedeuteten zum Abschluss des ersten Tages Zwischenrang vier bei den Männern und Rang acht in der gemeinsamen Wertung mit den U23-Startern. Zu Beginn des zweiten Tages gab es bei nun besserem Wetter sogar eine neue persönliche Bestzeit über die 100 Meter Hürden für den MTV-Sportler: Seine 15,27 Sekunden sind die bisher schnellste Hürdenzeit in diesem Jahr bayernweit. Nach soliden 35,73 Metern mit dem Diskus folgte dann der Schock, drei ungültige Versuche im Stabhochsprung bei der Anfangshöhe von 3,80 Meter, keine Punkte statt der eingeplanten 600 Zähler. Nach einem Speerwurf von 42,43 Metern spielte Saur dann mit einem Sieg bei den abschließenden 1500 Metern seine Laufstärke aus: In 4:22,91 Minuten war er der deutlich schnellste aller Zehnkämpfer.

Nach der Enttäuschung im Zehnkampf stehen nun noch Starts in Einzeldisziplinen auf dem Wettkampfplan. Über 110 Meter Hürden zählt Mario Saur nach seiner Vorstellung in Vaterstetten zu den Medaillenfavoriten bei den Landesmeisterschaften Ende September in Erding.