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Halbmarathon-DM Hannover: Tim Madalinski überrascht, Männerteam überzeugt

veröffentlicht um 18.04.2017, 13:57 von MTV Ingolstadt Leichtathletik   [ aktualisiert: 21.05.2017, 08:46 ]
Hannover (rb) Strahlender Sonnenschein, zirka 17 Grad und über 20 000 Teilnehmer während der Deutschen Halbmarathonmeisterschaften in Hannover: So lauteten die Rahmenbedingungen für den „Männer-Ausflug“, bei dem die Langstreckler des MTV Ingolstadt endlich auch ihrer Vereinsbezeichnung als Männer-Turn-Verein gerecht werden konnten Und wie: Tim Madalinski belegte in einem denkwürdigen Rennen in hervorragenden 1:10:42 Stunden Platz 47, die Mannschaft wurde sehr guter 17.

Eine Stadt im Ausnahmezustand. Was beim Abholen von Startunterlagen noch wie geschäftiges Treiben aussah, entwickelte sich tags darauf zum Schieben und Drücken entlang einer abgesperrten Rennstrecke. Drei Stunden Liveübertragung im Fernsehen und Tim Madalinski als Fernsehstar. Doch der Reihe nach.

Am Anfang eines Halbmarathons stehen natürlich das Einstellen auf den Wettkampf und die örtlichen Verhältnisse. Was bei Martin Stier und Mike Dean noch relativ einfach schien, denn die sieht Trainer Roland Balzer am häufigsten im Training, war bei der Taktik für Tim Madalinski deutlich schwieriger. Seine letzten Ergebnisse waren zwar ordentlich, aber für Tim eher enttäuschend, denn die Zeiten entsprachen nicht seinen persönlichen Erwartungen. Also empfahl Balzer auch eher einen konservativen Beginn über die ersten zehn Kilometer. Doch dann kam alles anders

Bei Kilometer zehn näherte sich die Spitze erstmals. Zwischen 30:30 und 31:30 Minuten kamen die deutschen Topläufer Philipp Bahr, Hendrik Pfeiffer, Andreas Straßner und Simon Stützel vorbeigeflogen. Allein drei von ihnen gehörten dem ART Düsseldorf an. Danach folgten die führenden Frauen: Sabrina Mockenhaupt, Anja Scherl und konzentriert mitlaufend - Tim Madalinski. Die Durchgangszeit betrug 33:30 Minuten.

Das konnte nicht gut gehen – vor einer Woche entsprach das in etwa seiner Zeit über zehn Kilometer bei den bayerischen Zehn-Kilometer-Straßenmeisterschaften. Aber immerhin – er sah gut aus. Nicht gequält – nur eben viel zu schnell. Dann kamen die Ingolstädter Mitstreiter: Bei 34:30 Minuten Miguel Lenz und bei 34:50 Minuten pünktlich wie die Eisenbahn Martin Stier. Kurz darauf folgten Danilo Friedrich, und auch Mike Dean liefen voll im Fahrplan durch.

Wer freilich Tim Madalinski verfolgen wollte, musste nur Fernsehen schauen. Dort wurde das Drama um den schnellsten MTV-Läufer quasi live übetragen. Tim blieb die meiste Zeit bei der Gruppe um Sabrina Mockenhaupt und hatte nur eines im Kopf: „Du kommst nicht an mir vorbei“. Und tatsächlich so war es: Der Ingolstädter U 16-Coach wuchs über sich hinaus, löste sich von der Fernsehgruppe um die führende Läuferin und steigerte sich auf seine neue persönliche Bestzeit von 1:10:42 Stunden, was ihm einen hervorragender Platz 47 gesamt und Rang 35 in der Männer-Hauptklasse einbrachte. Mit dem Zieldurchlauf setzte er dann sein breitestes Grinsen auf und hat es an dem Tag auch nicht mehr abgesetzt. 

Damit war er allerdings nicht alleine, denn Martin Stier blieb absolut gleichmäßig auf Kurs und verbesserte sich ebenfalls über eine Minute auf die neue Bestzeit von 1:13:19 Stunden. Damit Platz 73 und 52 in der Männerhauptklasse. Eine tolle Entwicklung über den Winter mit Bestzeit über 10km konnte er also auch über die Halbmarathondistanz unter Beweis stellen.

Miguel Lenz wollte wahrscheinlich einfach bei der drittplatzierten Dame bleiben. Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) teste Ihre Überdistanz nach langer Verletzungspause und zeigte mit tollem Schritt, dass sie wieder auf dem Weg nach oben ist. Im Ziel waren sie beide glücklich. Harrer als Drittplatzierte und Miguel, mit 1:14:25 Stunden so schnell wie die vergangenen zwei Jahre nicht. Dazu mit Platz sieben in der M 45 der bestplatzierte Ingolstädter.

Kurz darauf folgte Neuzugang Danilo Friedrich. Gern wäre er unter 1:15 Stunden geblieben, aber die 1:15:05 Stunden bedeuteten gesamt Platz 90 und Platz 13 in der M 35 und ebenfalls eine Zeit, die er seit zwei Jahren nicht mehr gelaufen ist.

Fehlte nur noch Mike Dean, der als Noch-Engländer außerhalb der DM-Wertung lief, weil er seinen deutschen Pass erst im Herbst bekommt. Seine 1:19:42 Stunden bedeuteten die Plätze 187 und 33 in der M 35. Bei etwa 9000 Teilnehmern im Halbmarathon erhalten die Platzierungen noch eine ganz andere Wertigkeit.

Damit war am Ende auch ein gutes Mannschaftsergebnis gegeben, denn das Gesamtergebnis von 3:38:26 Stunden ergab Platz 17 von gesamt 87 Mannschaften.

Alles in allem ein perfekter Tag und zwei Erkenntnisse:

Erstens: Ein Plan den der Athlet erfolgreich umsetzen kann, ist die Bestätigung für eine richtige Einschätzung und erfolgreiche Arbeit.

Zweitens: Ein Athlet, der sich an keine Vorgabe hält und ohne Rücksicht auf Verluste voranstürmt, kostet den Trainer richtig Nerven – und sorgt - wenn er dann über sich hinaus wächst – für das Salz in der Suppe und die Geschichten die er später seinen Enkeln erzählen kann - „Damals als ich kämpfte - mit Sabrina auf der Zielgeraden… „

https://goo.gl/photos/vBKm8YHcZsQkrhsa7


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