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Deutsche Marathon Meisterschaften Frankfurt für MTVler „vom Winde verweht“

veröffentlicht um 06.11.2017, 13:34 von MTV Ingolstadt Leichtathletik   [ aktualisiert: 06.11.2017, 13:35 ]
Frankfurt (rb) Nicht vom Winde verweht, aber reichlich zerzaust bestritt die MTV-Langstreckentruppe den definitiv letzten Höhepunkt der Saison 2017 mit den deutschen Marathon- Meisterschaften in Frankfurt.

Während Thomas Kirstein mit 2:49 Stunden, Mike Dean mit 2:56 Stunden und Manfred Draxler mit 2:59 Stunden beim Berlin-Marathon vor fünf Wochen Ihre Marathontauglichkeit bewiesen, sollten Danilo Friedrich, Benni Ziegaus und wieder Manfred Draxler den Beweis in der Main-Metropole erst noch nachliefern.

Sturmtief „Herwart“ machte allerdings eine eindeutige Renntaktik nicht leicht, weil es nichts von negativen Splits oder gar mehrteiligen Tempozuordnungen hielt, sondern sich allenfalls von den Häuserschluchten der Frankfurter Innenstadt beeindrucken ließ. Ein zirka zehn Kilometer langer Abschnitt in Richtung Westen nach Hoechst fühlte sich dann auch für die meisten wie ein Tempolauf mit Bremsfallschirm gegen eine Wand an. Am Ende hatten aber alle die gleichen Bedingungen. Damit waren auch die Ziele klar: „Nicht jammern und – so schnell wie möglich!“
Das größte Rad wollte Danilo Friedrich drehen, denn seine Bestzeit der letzten Saison waren 2:41 Stunden. Nach einer sehr klugen Renneinteilung die den Bedingungen Rechnung trug, war nur eine streikende Uhr schuld, dass er seine persönliche Schallmauer knapp verfehlte. Aber mit Bestzeit 2:40:04 Stunden und nicht zuletzt dem Platz sechs in der M 35 waren die schweren Beine erträglich und das Ziel für Düsseldorf oder Berlin 2018 gesteckt.

Für Benjamin Ziegaus war es die Premiere auf der Marathonstrecke. Im Inneren seiner Seele eigentlich Mittelstreckler, bereitete er sich aber akribisch wie nie auf dieses neue sportliche Ziel vor. Und er machte alles richtig: Ein sehr vorsichtiger Beginn und dann ein fast linear ansteigendes Tempo brachten ihn bis Kilometer 35 auf eine Zielzeit von unter 2:50 Stunden. Dann allerdings musste er den letzten beiden Tagen vor dem Marathon mit massiven Magen-Darm-Problemen Rechnung tragen, denn bei Kilometer 35 war er „leer“ und musste das Tempo drastisch drosseln. Enttäuscht darf er allerdings nicht sein, denn eine Marathonpremiere in 2:53:19 Stunden ist doch ein gelungener Einstand!

Garantiert kein Mittelstreckler, sondern eher die Qualitäten einer Diesellok zeichnen Manfred Draxler aus. Berlin wollte er als Vorbereitung im „Schongang“ laufen. Das ging natürlich nicht, weil drei Stunden ja doch im Eifer des Gefechts gelaufen werden wollten. Jetzt aber der Ernstfall Frankfurt.
Natürlich schneller, aber selbst mutige Hochrechnungen von zehn Kilometer oder Halbmarathon-Unterdistanzleistungen auf ein mögliches Marathontempo machte er immer noch zur Makulatur. Eine kühne Planung, die sich MTV-Coach Roland Balzer ausgedacht hatte, ignorierte er entspannt bis zur deutlich schnelleren Halbmarathon Durchgangszeit von 1:27:08 Stunden, um die zweite Hälfte mustergültig nochmals schneller in 1:26:55 Stunden zurückzulegen. Im Ergebnis lief er mit sehr starken 2:54:02 Stunden auf Platz 6 der M 55. Bravo!

Nicht zuletzt hat die MTV-Männertruppe dann noch einen jungen Mann „adoptiert“, der sich im Kreis der MTVler sichtlich wohl fühlte. Von Benni Ziegaus motiviert, entschloss sich Freund Christian Schlagbauer aus Ingolstadt zu einem Marathon-Start. Der war für ihn allerdings kein Neuland, sondern eher die Sprintversion seiner sportlichen Fähigkeiten. Als ehemaliger Triathlet und noch viel mehr als hervorragender Bergläufer, der es mit einem Laufpartner zu Gesamtrang acht des diesjährigen „TransAlpin“ gebracht hatte, war er „Kummer gewohnt“. Aber meistens wirkt so ein Ultra Berglauf mehr als zehn Wochen nach. In acht Tagen wollen immerhin 270 Lauf-Kilometer und etwa 16.000 Höhenmeter zurückgelegt werden. So startete Christian zwar sehr verhalten und bewegte sich ebenfalls bis Kilometer 30 auf eine – im Normalfall – denkbare Zeit von 2:50 Stunden hin.
Dann allerdings war, wie er sagte, „der Stecker gezogen“ und er musste mit einer Zeit von 3:05 Stunden vorlieb nehmen. Die MTVler freuen sich jedenfalls über diesen sehr sympathischen Läuferneuzugang aus Ingolstadt.



Fotos: Privat