Erding (ebk) Zwei Wochen nach den süddeutschen Titelkämpfen gastierten die Ingolstädter Leichtathleten wieder im schmucken Erdinger Stadion mit der schnellen blauen Bahn. Bei den bayerischen Meisterschaften holten die Schanzer Klubs insgesamt sieben Medaillen, der einzige Titel ging an Mario Saur (MTV Ingolstadt), der nur eine Woche nach seinem Triumph im Zehnkampf das Rennen über 400 Meter Hürden für sich entscheiden konnte.

Die bemerkenswerteste Leistung aus Ingolstädter Sicht erzielte jedoch Speerwerferin Martina Jotz (MTV Ingolstadt): Die mehrfache deutsche und bayerische Seniorenmeisterin mischte auch bei der bis zu 20 Jahren jüngeren Konkurrenz im Vorderfeld mit. Ihre Saisonbestleistung von genau 44 Metern brachte der 41 Jahre alten Polizeibeamtin den Vizemeistertitel bei den Frauen und die klare Führung in der deutschen Rangliste der Seniorinnen. Bei den Männern wurde Mario Saur seiner Favoritenrolle über 400 Meter Hürden mehr als gerecht. Der MTV-Allrounder zeigte in 52,77 Sekunden das schnellste seiner drei Rennen in diesem Jahr und kann optimistisch in Richtung Nürnberg blicken, wo am 21. und 22. Juli die nationalen Titelkämpfe über die Bühne gehen werden. Im hochklassigsten Wettbewerb der ganzen Veranstaltung, dem Hochsprung der Männer, lieferte Manuel Marko (MTV Ingolstadt) wieder einen soliden Wettkampf ab. 2,02 und 2,05 Meter schaffte der MTV-Athlet auf Anhieb im ersten Versuch, an 2,08 Metern scheiterte er nur knapp. Trotzdem blieb ihm nur der undankbare vierte Platz, da drei Konkurrenten Höhen von 2,11 Meter und mehr übersprangen. Der Sieg ging schließlich an EM-Starter Tobias Potye (LG Stadtwerke München) mit 2,21 Metern. Die 5000 Meter beendete Martin Stier (MTV Ingolstadt) in 16:42,87 Minuten auf dem sechsten Platz, Valerie Griesche (DJK Ingolstadt) wurde über 1500 Meter in 5:00,02 Minuten Elfte. Die französische Studentin Charlotte Alexandrowicz, derzeit Trainingsgast beim MTV Ingolstadt, kam im Stabhochsprung der Frauen mit 3,00 Metern auf den fünften Platz.

Bei der weiblichen Jugend U20 gewann Sofie Nixdorf (MTV Ingolstadt) über 800 Meter in 2:22,43 Minuten mit Bronze die einzige Ingolstädter Medaille. Ihr Trainingspartnerin Maria Hedrich kam über 400 Meter in 61,27 Sekunden auf den vierten Platz. In den Sprintwettbewerben zeigte Helen Linke (MTV Ingolstadt) zwei gute Rennen über 100 Meter. Die Weitsprungspezialistin, die sich dieses Jahr wegen Knieproblemen ganz auf den Sprint konzentriert, erzielte im Vorlauf mit 12,69 Sekunden persönliche Bestzeit und bestätigte die Zeit als Fünfte des Finales trotz deutlich schlechterer Windbedingungen. Kathrin Göbel hatte das Finale über 100 Meter nach 12,92 Sekunden knapp verpasst, dafür kam sie über 200 Meter - nach 26,34 Sekunden im Vorlauf - in 26,21 Sekunden auf Rang sechs.

Trotz des Fehlens der Doppelsiegerin des letzten Jahres über 200 und 400 Meter, Mona Mayer (MTV Ingolstadt), die zeitgleich die deutschen Farben bei der Junioren-EM in Györ vertrat, war die weibliche Jugend U18 mit vier Medaillen die erfolgreichste Altersklasse aus Ingolstädter Sicht. Susanne Göbel (MTV Ingolstadt) holte gleich zwei Silbermedaillen, jeweils mit neuer persönlicher Bestzeit. Über 800 Meter musste sie sich nach 2:19,41 Minuten in einem Fotofinish nur um drei Hundertstelsekunden geschlagen geben. Über 400 Meter Hürden verbesserte sie sich auf 64,30 Sekunden, eine Zeit die bei den Frauen und der Jugend U20 sogar zum Sieg gereicht hätte. Im Sog von Susanne Göbel steigerte sich Laura Böttcher (MTV Ingolstadt) als Drittplatzierte auf 64,65 Sekunden, womit sie nun auch das Ticket für die deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock gelöst hat. Nach 26,64 Sekunden über 200 Meter, einem weiteren Hausrekord, verzichtete die MTV-Sprinterin auf das B-Finale. Zwei Bestzeiten erlief sich auch Laura Schiffner (DJK Ingolstadt). 2:26,09 Minuten über 800 Meter bedeuteten am ersten Tag der Titelkämpfe Rang sechs, die 5:04,64 Minuten über 1500 Meter brachten der aus Reichertshofen stammenden Läuferin am zweiten Tag dann die Silbermedaille.

Bei der männlichen Jugend U18 waren nur zwei MTV-Talente am Start. Weitspringer Simon Batz lieferte mit 6,45 Metern und Platz vier den nächsten starken Wettkampf ab. Moritz King kam über 800 Meter in 2:08,96 Minuten als Elfter ins Ziel.

Fotos: Kiefner

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